Fez, Morocco · Morocco
Sehenswürdigkeiten in Fès - Die autofreie Medina
Innerhalb der alten Mauern von Fès bewegt sich alles zu Fuß, per Handkarren oder auf dem Rücken eines Maultiers. Hier finden Sie die Sehenswürdigkeiten, die berühmte Gerberei, den Vergleich mit Marrakesch und den Weg zurück nach draußen.
Veröffentlicht am 13. Oktober 2026
Ein Esel, beladen mit Kisten voller Coca-Cola-Flaschen, drängt sich in einer Gasse an Ihnen vorbei, die kaum breiter ist als seine Satteltaschen. Irgendwo hinter einer Mauer klingt ein Hammer auf Kupfer. Motoren gibt es hier keine. Innerhalb der alten Mauern von Fès bewegt sich alles zu Fuß, per Handkarren oder auf dem Rücken eines Maultiers.
Dieser Guide zu den **Sehenswürdigkeiten in Fès** führt Sie durch dieses mittelalterliche Labyrinth, das oft als eines der größten autofreien Stadtgebiete der Welt beschrieben wird. Sie finden hier die Orte, die Ihre Zeit wert sind, die Gerberei, von der alle sprechen, die Unterschiede zwischen Fès und Marrakesch und ein paar Tricks, um wieder herauszufinden. Sich zu verlaufen gehört dazu. Stecken zu bleiben ist optional.
Warum ist Fes el-Bali anders als jede andere Medina?
Fes el-Bali ist die ummauerte mittelalterliche Altstadt von Fès, ein dichtes Geflecht aus Gassen, Brunnen, Moscheen, Karawansereien und Werkstätten, in denen Menschen bis heute täglich leben und arbeiten. Die UNESCO führt sie als Medina von Fès, und der größte Teil ist für den motorisierten Verkehr gesperrt. Waren, Einkäufe und Baumaterial werden deshalb noch immer von Hand, per Karren und mit Maultieren transportiert. Im frühen Mittelalter gegründet, wurde sie zu einem der großen Zentren der Gelehrsamkeit und des Handels im westlichen islamischen Raum, und ihr Straßennetz hat sich seitdem kaum verändert. Genau diese Kontinuität sorgt dafür, dass sich **Fes el-Bali** weniger wie ein Monument anfühlt als wie eine lebendige Stadt, die eben ein paar Jahrhunderte alt ist.
Vor der Reise können Sie den vollständigen UNESCO-Eintrag zu Fes el-Bali auf der [Seite des Welterbezentrums](https://whc.unesco.org/en/list/170) nachlesen. Es hilft zu wissen, was man vor sich hat.
Ein Wort sollten Sie schnell lernen: 'balak'. Es bedeutet Vorsicht und kommt meist eine Sekunde vor einem beladenen Maultier. Treten Sie in einen Hauseingang und lassen Sie es vorbei.
Welche Sehenswürdigkeiten in der Medina sollte man nicht verpassen?
Die meisten Besuche beginnen am Bab Bou Jeloud, dem gekachelten Tor, das außen blau und innen grün leuchtet. Es markiert den Westrand der Medina und ist ein praktischer Treffpunkt, wenn sich die Gruppe aufteilt.
Ein kurzes Stück die Hauptgasse hinunter erreichen Sie die **Medersa Bou Inania**, eine ehemalige Religionsschule, die von der Dynastie der Meriniden erbaut wurde. Schauen Sie nach oben. Unter den Dachvorsprüngen zieht sich geschnitztes Zedernholz entlang, Stuck klettert wie Spitze die Wände hinauf, und Zellige-Fliesenmosaike bedecken alles unterhalb der Schulterhöhe. Am Brunnen im Innenhof wuschen sich einst die Schüler vor dem Gebet. Die Zugangsregeln für religiöse Gebäude können sich ändern, erkundigen Sie sich also vor Ort, bevor Sie Ihren Tag danach planen.
Weiter im Inneren bildet der Komplex Al-Qarawiyyin den Mittelpunkt des ganzen Viertels. Er wird oft als eine der ältesten durchgehend betriebenen Lehrstätten der Welt genannt, ist bis heute eine aktive Moschee, und nichtmuslimische Besucher sehen ihn nur von den Eingängen aus. Werfen Sie einen leisen Blick in den grün gekachelten Hof und gehen Sie dann weiter.
In der Nähe liegt die Medersa Attarine, kleiner und ruhiger als Bou Inania. Ihre Fliesenarbeiten sind vielleicht sogar noch feiner. Besuchen Sie sie als zweite, wenn sich Ihre Augen an die Details gewöhnt haben.
Wie besichtigt man die Gerberei Chouara?
Die **Gerberei Chouara** ist eine wabenartige Anlage aus Steinbottichen voller Kalk, Taubenmist und Farbstoffen, in denen Häute weitgehend wie im Mittelalter von Hand geweicht und gefärbt werden. Männer stehen hüfttief in den Becken und bearbeiten das Leder mit den Füßen. Es ist eine der meistfotografierten Szenen Marokkos und eine der geruchsintensivsten.
Die Gerberei selbst betreten Sie nicht. Die Aussicht genießen Sie von den Terrassen der umliegenden Lederläden, die über schmale Treppen zu erreichen sind. An der Tür reicht Ihnen meist jemand einen Minzzweig. Halten Sie ihn sich unter die Nase, dann verstehen Sie, warum.
Morgens ist das Licht meist am schönsten und die Farben in den Bottichen am frischesten, bevor die Hitze den Geruch verstärkt. Die Händler hoffen, dass Sie danach eine Tasche oder ein Paar Babuschen kaufen. Schauen Sie sich um, bedanken Sie sich und gehen Sie, wenn Ihnen nichts gefällt. Ein höfliches Nein ist hier ganz normal, und niemand nimmt es persönlich.
Was kann man in Fès außer Monumenten unternehmen?
Die Souks sind nach Handwerken geordnet, und so wird ein einfacher Spaziergang zur Lektion darüber, wie eine mittelalterliche Stadt funktionierte. Einige der schönsten Unternehmungen in Fès kosten keinen Eintritt. Am **Place Seffarine** hämmern Kupferschmiede unter freiem Himmel Kessel und Tabletts, und der Lärm ist mehrere Gassen weit zu hören. Folgen Sie der nahen Gasse der Färber, und Sie sehen Wollstränge in tiefem Rot und Indigo trocknen. Gewürzhändler stapeln Kegel aus Kreuzkümmel und Paprika, und an den Süßwarenständen glänzen in Honig getränkte Chebakia.
Fès gilt als die Stadt mit der feinsten Küche des Landes. Bestellen Sie Pastilla, eine knusprige Blätterteigpastete mit Taube oder Huhn, bestäubt mit Zimt und Zucker. Probieren Sie eine langsam geschmorte Tajine und trinken Sie Minztee, der aus der Höhe eingeschenkt wird. Viele Riads und örtliche Schulen bieten Kochkurse an, die mit einem Marktbesuch beginnen, eine schöne Art herauszufinden, wofür all diese Gewürze gut sind.
Wenn Sie Luft brauchen, gehen Sie hinüber nach Fes el-Jdid, in das jüngere königliche Viertel gleich nebenan. Die Mellah, das historische jüdische Viertel, hat Holzbalkone, die ganz anders aussehen als die Medina. Die riesigen Messingtore des Königspalasts sind ein klassischer Fotostopp. Für den großen Ausblick steigen Sie am späten Nachmittag zum Borj Nord oder zu den Merinidengräbern hinauf. Die ganze Medina liegt Ihnen zu Füßen, ein Meer aus Dächern und Minaretten.
Vor den Mauern stellen Töpferwerkstätten die blau-weiße Keramik her, die Sie überall sehen werden. Einem Zellige-Handwerker zuzusehen, wie er winzige Fliesen von Hand zuschlägt, ist die kurze Taxifahrt wert.
Wie unterscheidet sich Fès von Marrakesch?
Die kurze Antwort auf die Frage **Fès oder Marrakesch** lautet: Charakter. Fès ist älter, ruhiger und mittelalterlicher, eine von Gelehrsamkeit und Handwerk geprägte Stadt, in der die Medina noch vom Alltag der Einheimischen lebt und nicht von den Besuchern. Marrakesch setzt stärker auf Spektakel, mit dem Theater auf dem Platz Jemaa el-Fnaa, einer lauteren touristischen Infrastruktur und schnellem Zugang zum Atlasgebirge und zur Wüste. In Fès schauen Sie Handwerkern bei der Arbeit zu. In Marrakesch schauen Sie einer Show zu. Fès passt zu Reisenden, die Geschichte, Architektur und langsames Schlendern mögen, Marrakesch zu denen, die Energie, Nachtleben und Tagesausflüge suchen. Beide lassen sich gut auf einer Reise verbinden, per Straße oder mit der staatlichen Eisenbahn, und die Verbindungen können Sie vor der Buchung beim [Bahnbetreiber](https://www.oncf-voyages.ma/) prüfen.
Viele Reisende erwarten von Fès ein ruhigeres Marrakesch. Es ist etwas ganz anderes. Planen Sie mindestens zwei volle Tage ein.
Wie erkundet man die Medina von Fès, ohne sich zu verlaufen?
Jeder gute **Medina-Guide für Fès** beginnt mit demselben Rat. Gehen Sie durch das Bab Bou Jeloud hinein und wählen Sie eine der beiden Hauptachsen, Talaa Kebira oder Talaa Sghira. Beide führen bergab zum Viertel der Qarawiyyin. Der Weg hinunter ist also leicht, und wer wieder hinaufgeht, landet immer am Tor.
Handykarten verlieren in engen Gassen oft den Faden. Speichern Sie Ihren Plan offline, machen Sie Screenshots wichtiger Punkte und merken Sie sich das Tor, durch das Sie gekommen sind. Wenn Sie vom Weg abkommen, fragen Sie lieber einen Ladenbesitzer, statt die Hilfe des Erstbesten anzunehmen, der Sie anspricht. Für einen ersten halben Tag macht ein lizenzierter Guide den Grundriss sofort verständlich. Vereinbaren Sie Dauer und Honorar, bevor es losgeht. Das [offizielle Tourismusportal](https://www.visitmorocco.com/en/travel/fez) bietet Hintergrundinfos zur Stadt und ihren Vierteln.
Ein paar Gewohnheiten machen vieles leichter. Tragen Sie Schuhe mit gutem Profil, denn die Gassen sind abschüssig und oft feucht. Kleiden Sie sich zurückhaltend, haben Sie kleine Scheine für Snacks und Trinkgeld dabei und treten Sie zur Seite, wenn der Gebetsruf die Menschen zu den Moscheen führt. Frühling und Herbst sind die angenehmsten Reisezeiten. Im Sommer kann die Hitze im Tal heftig sein, planen Sie Spaziergänge also früh am Morgen und am späten Nachmittag.
Bereit, Ihren eigenen Spaziergang durch Fès zu planen?
Erstellen Sie Ihre eigene Reiseroute mit Keptour: Fügen Sie die Orte hinzu, die Ihnen ins Auge fallen, ordnen Sie sie nach Tagen und teilen Sie den Plan mit allen, die mitkommen. Fès belohnt langsames Gehen und Neugier mehr als einen vollen Zeitplan. Wählen Sie zwei oder drei Fixpunkte, lassen Sie Lücken dazwischen und überlassen Sie den Rest den Gassen.
![Fes el Bali[cite: 15]](https://thumb.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/5/5d/Fes_Bab_Bou_Jeloud_2011.jpg/1280px-Fes_Bab_Bou_Jeloud_2011.jpg)
![Bou Inania Madrasa, Gebäude in Fes, Marokko[cite: 15]](https://thumb.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/a/a1/Bou_Inania_Madrasa_2011.jpg/1280px-Bou_Inania_Madrasa_2011.jpg)
![Die historischen Gerbereien von Chouara in Fès, Marokko[cite: 15]](https://thumb.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/5/5c/Fez_Chouara_Tannery_%2854259975625%29.jpg/1280px-Fez_Chouara_Tannery_%2854259975625%29.jpg)
![Der Seffarine-Platz, ein öffentlicher Platz in Fès, Marokko[cite: 15]](https://thumb.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/b/b8/Saffarine_Square_DSCF4157.jpg/1280px-Saffarine_Square_DSCF4157.jpg)
![Panoramablick auf die Medina von Fès, Marokko[cite: 15]](https://thumb.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/7/7c/Looking_Upon_The_Medina_in_Fes%2C_Morocco.jpg/1280px-Looking_Upon_The_Medina_in_Fes%2C_Morocco.jpg)
![Der traditionelle Flohmarkt in Fès, Marokko[cite: 15]](https://thumb.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/f/fa/Fez_flea_market_%2847846984602%29.jpg/1280px-Fez_flea_market_%2847846984602%29.jpg)