Keptour
Luftaufnahme der Skyline von New Orleans[cite: 19]

New Orleans, USA · United States

New Orleans Reiseführer - vom French Quarter zum Jazz

Essen, Musik und gusseiserne Balkone: Dieser New Orleans Reiseführer führt zu Fuß durch das French Quarter, mit der St.-Charles-Straßenbahn in den Garden District und abends zur Livemusik auf der Frenchmen Street.

Veröffentlicht am 14. Oktober 2026

Irgendwo hinter einer Tür mit geschlossenen Fensterläden spielt sich eine Trompete warm. Puderzucker rieselt auf einen Cafétisch. Über Ihnen quillt ein gusseiserner Balkon vor Farnen über. In New Orleans besteht Sightseeing vor allem aus Essen, Musik und Architektur, und jedes Viertel benimmt sich wie eine eigene kleine Stadt mit eigenem Tempo.

Dieser **New Orleans Reiseführer** folgt einer einfachen Logik, die sich gut zu Fuß umsetzen lässt. Sie starten im French Quarter, essen sich durch die Klassiker, fahren mit der Straßenbahn hinaus in den Garden District und lassen den Tag auf der Frenchmen Street ausklingen, wo die Musik aus winzigen Clubs auf die Straße schwappt. Drei oder vier Tage passen gut zu diesem Rhythmus. Sie umgehen dabei ein paar berühmte Touristenfallen und finden die Orte, über die Einheimische beim Mittagessen streiten.

Wie erkundet man das French Quarter am besten zu Fuß?

Das French Quarter ist der älteste Teil der Stadt, ein Raster aus schmalen Straßen, das die Franzosen anlegten und die Spanier nach großen Bränden weitgehend neu aufbauten. Daher stammen die Innenhöfe, der pastellfarbene Putz und die eisernen Spitzengitter, die alle für französisch halten, die aber oft spanischen Ursprungs sind.

Beginnen Sie Ihren **Rundgang durch das French Quarter** am **Jackson Square**, dem alten Exerzierplatz. Auf einer Seite erhebt sich die St. Louis Cathedral, flankiert vom Cabildo, wo der Louisiana Purchase formell besiegelt wurde, und vom Presbytere. Maler und Tarotleser bauen sich am Eisenzaun auf, und an den Ecken spielen oft Blechbläser für ein paar Münzen.

Schlendern Sie von dort die Royal Street hinauf. Sie ist die Galerie- und Antiquitätenmeile des Viertels, ruhiger und eleganter als ihre Nachbarin. Werfen Sie durch die Toreinfahrten einen Blick in versteckte Innenhöfe mit Brunnen und Bananenstauden. Die Bourbon Street verläuft einen Block weiter. Sehen Sie sie sich einmal an, am besten bei Tageslicht, und ziehen Sie dann weiter.

Gehen Sie früh los. Gegen acht Uhr morgens werden die Straßen abgespritzt, die Luft riecht nach nassem Stein und Kaffee, und die Balkone gehören fast Ihnen allein. Das Viertel ist flach und kompakt, doch Hitze und Luftfeuchtigkeit sind im Sommer nicht zu unterschätzen. Tragen Sie also bequeme Schuhe und nehmen Sie Wasser mit.

Wo isst man Beignets, Po'boys und Gumbo?

Das Essen ist der Hauptgrund, warum viele wiederkommen. Die Küche verbindet französische, spanische, westafrikanische, karibische und akadische Wurzeln zu Gerichten, die Sie anderswo kaum genau so finden.

Hier ein kurzer Überblick. **Beignets** sind quadratische Kissen aus frittiertem Teig unter einer dicken Schicht Puderzucker, die man heiß zu einem Café au lait aus Kaffee und Zichorie isst. Der Klassiker ist ein Open-Air-Café neben dem French Market, und die alte Regel gilt noch immer: Tragen Sie kein Schwarz. Ein Po'boy ist ein langes Sandwich aus leichtem, knusprigem lokalem French Bread, gefüllt mit frittierten Garnelen, Austern oder langsam gegartem Roastbeef, das vor Bratensoße trieft. Wer Salat, Tomate, Pickles und Mayo möchte, bestellt ihn dressed. Die besten gibt es an Theken in den Wohnvierteln und in kleinen Eckläden, nicht in Speisesälen mit weißen Tischdecken. Gumbo ist ein dunkler, rauchiger Eintopf, mit Roux und Okra oder Filé gebunden und über Reis serviert, und jede Familie schwört, dass ihrer der richtige ist. Rote Bohnen mit Reis kommen traditionell montags auf den Tisch, und Jambalaya macht das Trio der Reisgerichte komplett.

Und was unterscheidet Kreolisch von Cajun? Die kreolische Küche entstand in der Stadt und setzt gern auf Tomaten und Butter. Die Cajun-Küche stammt aus den ländlichen akadischen Parishes und ist rustikaler und schärfer.

An berühmten Adressen bilden sich lange Schlangen. Kommen Sie am mittleren Nachmittag oder am späten Vormittag, und prüfen Sie Öffnungszeiten und Speisekarten direkt beim jeweiligen Lokal, bevor Sie losgehen.

Wie fährt man mit der Straßenbahn in den Garden District?

Die **St.-Charles-Straßenbahn** ist ein fahrendes Stück Geschichte, eine der ältesten ununterbrochen betriebenen Straßenbahnlinien der Welt. Ihre olivgrünen Wagen rattern durch einen Tunnel aus Virginia-Eichen, vorbei an Mardi-Gras-Perlenketten, die noch in den Ästen hängen.

Steigen Sie an der Canal Street ein und fahren Sie Richtung Uptown. Öffnen Sie das Holzfenster, lehnen Sie sich auf den umklappbaren Sitzen zurück und lassen Sie die Villen an sich vorbeiziehen. Fahrpreise, Pässe und Fahrpläne ändern sich, prüfen Sie sie daher vor der Fahrt beim [Verkehrsbetrieb](https://www.norta.com/).

Steigen Sie für den Garden District etwa an der Washington Avenue aus. Dies war die amerikanische Seite der Stadt, erbaut von angloamerikanischen Siedlern, die große Häuser im Greek-Revival- und italienischen Stil mit tiefen Gärten wollten. Spazieren Sie langsam durch die Prytania Street und die First Street. Achten Sie auf Eisenzäune mit Maiskolbenmuster und Veranden, die groß genug für eine Dinnerparty sind.

Der **Lafayette Cemetery** liegt im Herzen des Viertels, seine weiß getünchten Gräber im Schatten von Magnolien. Zugang und Führungen ändern sich, klären Sie sie deshalb vorab bei der offiziellen Quelle.

Zum Abschluss geht es ein paar Blocks südlich auf die Magazine Street. Sie zieht sich kilometerweit mit Vintage-Läden, Bäckereien und lockeren Lunch-Adressen dahin und eignet sich bestens für einen entspannten Nachmittagsbummel.

Warum ist die Frenchmen Street das Herz der Livemusik?

Auf der Frenchmen Street hört New Orleans Musik um ihrer selbst willen. Sie verläuft durch den Faubourg Marigny, gleich flussabwärts vom French Quarter.

Der Unterschied zur Bourbon Street liegt vor allem in der Absicht. Die Bourbon Street ist zum Trinken gemacht, mit Coverbands und lauten Boxen, die auf die Menge draußen zielen. In der Frenchmen Street sind die Clubs kleine Räume, in denen Berufsmusiker Jazz, Brass, Blues und Funk nur wenige Schritte von Ihrem Tisch entfernt spielen, und das Publikum beugt sich vor, um zuzuhören. Viele Lokale verlangen einen kleinen Eintritt oder einen Mindestverzehr, und zwischen den Sets geht oft ein Trinkgeldglas herum. Werfen Sie etwas hinein, denn davon leben die Musiker zu einem großen Teil. Sprechen Sie während der Soli leise, bestellen Sie etwas zu trinken, wenn Sie sich setzen, und machen Sie Platz, wenn ein Raum voll wird. Auch Straßenbands versammeln sich an den Ecken, und eine Menschentraube auf dem Gehweg ist Ihr Zeichen, stehen zu bleiben. An einem Abend zwischen zwei oder drei Clubs zu wechseln ist ganz normal, und genau so genießen Sie die **Livemusik auf der Frenchmen Street** am besten, ohne sich auf eine einzige Bühne festzulegen.

Zu den Wurzeln führt der Congo Square im Armstrong Park, wo versklavte und freie People of Color zusammenkamen, um zu trommeln und zu tanzen. Die [Website des Nationalparks](https://www.nps.gov/jazz/) informiert über Ranger-Vorträge und die Orte der Jazzgeschichte in der Stadt.

Die Nächte hier sind lebhaft. Behalten Sie Ihre Sachen im Blick und planen Sie eine sichere Heimfahrt.

Was lohnt sich in New Orleans noch?

Der **City Park** ist einer der größten Stadtparks des Landes, mit moosbehangenen Eichen, Lagunen und dem New Orleans Museum of Art. Sein Skulpturengarten sorgt nach einer langen Nacht für einen ruhigen Vormittag.

An einem Regentag geht es in den Warehouse District zum National WWII Museum. Es ist riesig, planen Sie also mindestens einen halben Tag ein.

Die Friedhöfe verdienen einen zweiten Blick. Weil der Grundwasserspiegel so hoch liegt, bestattet die Stadt ihre Toten oberirdisch, in Familiengrüften und Wandnischen. Einheimische nennen diese Friedhöfe Städte der Toten, und ein Gang durch ihre Reihen fühlt sich an wie ein Spaziergang durch eine Kleinstadt im Miniaturformat.

Der Karneval ist das große wiederkehrende Fest der Stadt, mit Paraden und Kostümen in den Wochen vor der Fastenzeit. Die Termine verschieben sich jedes Jahr, schauen Sie daher beim [offiziellen Tourismusbüro](https://www.neworleans.com/) nach, wenn Sie Ihre Reise danach planen.

Wann ist die beste Reisezeit und wie plant man den Besuch?

Frühling und Herbst bringen das mildeste Wetter. Der Sommer ist heiß und schwül, und die Hurrikansaison erstreckt sich über die warmen Monate, flexible Buchungen sind also eine kluge Wahl.

Mit einem guten Tagesrhythmus schaffen Sie die meisten Unternehmungen in New Orleans ohne Hektik. Morgens zu Fuß durch das French Quarter. Mittags ausgiebig essen. In der Nachmittagshitze Straßenbahn fahren, wenn sich ein Platz am offenen Fenster wie ein Geschenk anfühlt. Die Abende gehören der Musik.

Unterwegs zu sein ist einfach. Innerhalb der Viertel gehen Sie zu Fuß, zwischen ihnen nehmen Sie die Straßenbahn, und spät nachts einen Fahrdienst. Übernachten Sie im oder nahe dem French Quarter oder im Marigny, wenn Sie nach einem Konzert zu Fuß zurückgehen möchten.

Bereit, Ihre eigene Route zu planen?

Erstellen Sie Ihre eigene Reiseroute mit Keptour: Fügen Sie die Orte hinzu, die Ihnen ins Auge fallen, ordnen Sie sie nach Tagen und teilen Sie den Plan mit allen, die mitkommen.

New Orleans belohnt gemächliches Umherstreifen mehr als enge Zeitpläne. Lassen Sie Lücken für eine zweite Runde Beignets, einen Abstecher in eine Seitenstraße oder einen Hauseingang, in dem gerade eine Band zu spielen beginnt.

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